Daten ergänzen und korrigieren im weltweiten »FamilySearch Familienstammbaum«

Wenn du in dem kostenlosen Stammbaum bei FamilySearch arbeitest, dann denke daran, dass alle lebenden Personen nur für dich selbst zu sehen sind. Das ist aus Datenschutzgründen von FamilySearch so gemacht worden. Alle bereits verstorbenen Personen sind aber für jeden, der sich bei FamilySearch für einen Zugang registriert hat, sichtbar und auch beliebig veränderbar. Alle Änderungen sind natürlich für jeden jederzeit nachvollziehbar und im Fehlerfall sogar leicht rückgängig zu machen. Es geht eben auch um Zusammenarbeit beim weltweiten Stammbaum der Menschheit!

Im Familienstammbaum von FamilySearch ist es wichtig, standardisierte Datumsangaben und standardisierte Ortsangaben zu machen. Dadurch können die Daten auch in anderen Sprachen automatisch richtig angezeigt werden und auch bei Suchen sprachunabhängig gefunden werden. So werden beispielsweise Orte im ehemaligen Ostpreußen bei deutschsprachigen Anwendern eben mit der Region »Ostpreußen« angezeigt, während die gleichen Orte bei englischsprachigen Anwendern mit der Region »East Prussia« angezeigt werden. Erläuterungen dazu finden sich in einem Hilfe-Artikel von FamilySearch. Wenn du Daten in deinem Stammbaum findest, die noch nicht standardisiert sind, worauf die Software auch hinweist, dann solltest du diese daher zunächst unbedingt standardisieren.

Wenn du nun darüber stolperst, dass bei einer Person falsche Daten vorhanden sind, oder auch nur Schreibweisen falsch sind, dann ist es am besten, wenn du mal rechts bei der Person auf »Letze Änderungen« schaust und dir dort ggf. sogar mal alle Änderungen an der Person anzeigen lässt. Wenn dort als Änderer nur FamilySearch selbst steht, dann brauchst du überhaupt keine Hemmungen haben, die falschen Daten sofort selbst zu korrigieren. Bitte füge nach Möglichkeit unter der Rubrik »Erinnerungen« dabei dann zunächst Scans oder Screenshots von Dokumenten zu, die deine Daten belegen können (sofern du etwas hast). Im nächsten Schritt fügt man dann am besten eine Quelle unter der Rubrik »Quellen« hinzu. Dabei kann man dann auf die bereits vorher hinzugefügte »Erinnerung« zugreifen, so dass Quelle und Dokument verknüpft sind. (Wenn man so gründlich vorgeht, dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass jemand die Daten wieder falsch zurück ändert.)

Wenn allerdings andere Anwender bei den »Letzen Änderungen« auftauchen, dann haben Menschen wie du und ich an den Daten gearbeitet (und nicht nur die Automatik von FamilySearch). In solchen Fällen kontaktiere ich dann manchmal die Personen vorher (einfach auf den Namen des Änderers klicken und eine Nachricht formulieren) und teile mit, dass ich bessere Daten habe und die gerne in der nächsten Woche korrigieren möchte. Oft habe ich dann als Feedback nur bekommen: »Gerne. Ich pflege da aktuell nichts mehr.« oder auch »Ich hatte keine besseren Informationen.« Dann sind die Personen dankbar, wenn du es korrigierst. Manchmal gibt es aber auch Diskussionen (natürlich nicht bei ganz klaren Fehlern).

Eine weitere wichtige Tätigkeit ist: Doppelte Personen »zusammenführen« bzw. »verschmelzen«. FamilySearch hat viele Personen doppelt in seinem riesengroßen Familienstammbaum, weil Personen vom System automatisch angelegt wurden durch die Einreichung von mehreren GEDCOM-Dateien unterschiedlicher Leute und auch durch Scans und Transkriptionen von unterschiedlichen Dokumenten, die FamilySearch in seiner Datenbank hat. Dadurch kam es auch nicht selten zu Schreibfehlern, weil es meistens keine Profis waren, die die alten deutschen Texte transkribiert haben.
Es gibt rechts bei jeder Person einen Menüpunkt, wo FamilySearch »Mögliche Doppeleinträge« bereits anzeigt, wenn die Software etwas erkannt hat. Eine ausführliche Anleitung zum Verschmelzen von Personen kannst du in einem Blog-Beitrag von FamilySearch nachlesen.

Wichtiger Tipp: FamilySearch empfiehlt bei Verschmelzungen, alle doppelten Kinder, Eltern und Ehefrauen mit hinüber zu nehmen in den übrig bleibenden Datensatz einer Person. Nach der Verschmelzung sind dadurch dann erstmal Fehler vorhanden, nämlich mehrfache Ehen mit eigentlich der gleichen Frau, doppelte Kinder und so weiter. Aber das wird dann dadurch gelöst, dass man in Ruhe nacheinander auch die weiteren doppelten Personen verschmilzt. Hier stehen Details zu diesem Vorgehen:
Originalartikel von FamilySearch in englischer Sprache
Deutsche Übersetzung des Artikels mit Google Translate

Übrigens gibt es unter Genealogen eine gute Regel zur Schreibung von Namen: Man gibt als Namen im Stammbaum immer die Schreibweise an, die in der ältesten gefundenen Quelle zu der Person verwendet wurde. Abweichende Schreibweisen, die man in späteren Quellen findet, gibt man unter »Sonstige Angaben« als »Namensvarianten« ein. So ist gewährleistet, dass alle Schreibungen vom Suchalgorithmus in FamilySearch gefunden werden.

Solche und weitere »Best Practices«, um einen sauberen Stammbaum zu erstellen, finden sich auch in dem englischsprachigen Schulungsvideo von James Tanner auf YouTube.

Vielleicht am Ende noch eine Einschätzung dazu, ob man seinen Stammbaum überhaupt bei FamilySearch pflegen sollte. Meine Antwort ist eindeutig: Ja! Wenn du es nicht tust, tut es vielleicht sowieso jemand anderes aus der nahen oder auch entfernten Familie — und das vielleicht nicht so gewissenhaft und gründlich, wie du es könntest.
Außerdem handelt es sich beim »FamilySearch Familienstammbaum« um eine kostenlose Online-Software. Sie wurde und wird ständig weiter entwickelt von der »Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage« (umgangssprachlich »Mormonen«). Man braucht hier aber keine Angst zu haben. Auch wenn viele Christen die »Mormonen« als christliche Sekte bezeichnen würden, so sind sie doch eine etablierte Religion, die sich sehr zum Wohl der Menschheit einsetzt. [Hinweis: Ich bin nicht Mitglied dieser Kirche, sondern gehöre einer Freien evangelischen Gemeinde an.] Aufgrund ihrer besonderen Schwerpunkte betreibt die »Mormonen«-Kirche bereits seit ihrer Gründung im 19. Jahrhundert Ahnenforschung und hat durch ihre Tätigkeiten, u. a. die frühere Verfilmung und heutige Digitalisierung von Archivmaterial, Großartiges für alle (Hobby-)Ahnenforscher bzw. Familienforscher geleistet. Ein weiteres Argument, seinen Online-Stammbaum bei FamilySearch statt z. B. bei WikiTreeGeniAncestryMyHeritage oder Geneanet zu pflegen, ist, dass eine Religion in der Regel langlebiger ist als ein (kommerzielles) Unternehmen oder ein Verein. Damit besteht die Chance, dass auch in Hunderten von Jahren die Ergebnisse deiner genealogischen Forschung noch vorhanden sind.
Nahezu alle kommerziellen Unternehmen im Bereich der Genealogie haben übrigens Abkommen geschlossen mit FamilySearch, damit ihre Kunden auch auf die großen Datenmengen der Historischen Aufzeichnungen und des Familienstammbaumes von FamilySearch zugreifen können. Damit ist quasi sichergestellt, dass deine Bemühungen im »FamilySearch Familienstammbaum« von allen (Hobby-)Genealogen gesehen werden, egal bei welchem Unternehmen sie ihren Stammbaum pflegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.